premiere: 05.07.2025, stadttheater, rendsburg

eine
wunsch
vorstellung

abschlusspräsentation des partizipativen projekts
"eine bühne für euch"

mit: lasse behm, jolie sofie büchner, gertraut czerniecki, anna franck, telse kock, michael kuhr, lisa schulte
und gästen 
inspizienz: eszter johanna barta

© Fotos: Henrik Matzen, www.photomatzen.de

"büro für spektakuläre wunscherfüllung, was kann ich heute für sie tun?"

Am 15. September 2024 startete das Projekt "Eine Bühne für euch" beim Tag der offenen Tür im Stadttheater Rendsburg. Unter diesem Motto stand auch die Auftaktaktion, die als Stationenlauf durch das Hinterhaus des Theaters gestaltet war. Zunächst beantworteten die Teilnehmer:innen die Frage „Wofür brauchst du eine Bühne?“. Themen wie „Zusammenhalt“, „Demokratie“, „alt werden“, „Vielfalt“, „Rückgrat“ aber auch „Kreativität“, „Unterhaltung“ und „Selbstdarstellung“ wurden genannt. Passend zu den jeweiligen Antworten konnten die Teilnehmer:innen sich Kostüme und Requisiten aussuchen und die Bühne der Kammerspiele mit Ausstattungselementen für ein individuelles Foto herrichten. Mehr als 30 sehr besondere Aufnahmen sind im Laufe des Tages entstanden und alle, die sich an dieser Aktion beteiligt haben, wurden eingeladen, sich auch weiterhin im Projekt zu engagieren.

Am 19. September 2024 fand das erste Treffen der Projektgruppe im Spiegelsaal der Werkstätten Materialhof, die das Projekt als Kooperationspartner unterstützten, statt. Ausgehend von den Begriffen, die beim Tag der offenen Tür gesammelt worden waren, legte die Gruppe eine Themensammlung an, die zur Basis für mögliche Projektideen werden sollte. Um sich besser kennenzulernen und als Gruppe zusammenzuwachsen, beschäftigten die Teilnehmenden sich außerdem intensiv mit ihren eigenen Wünschen und Kompetenzen – sie klärten für sich selbst und die anderen, was sie sich vom Projekt erhofften und was sie selbst einbringen konnten und wollten. In einem ergebnisoffenen, kokreativen Prozess wurden verschiedenste mögliche Projektideen entwickelt, ausgearbeitet und auch wieder verworfen.

Auftakt

treffen der projektgruppe

büro für spektakuläre wunscherfüllung

Ende 2024 stand dann fest, welche Projektidee die Gruppe in den kommenden Monaten weiter verfolgen wollte: Das Thema „Wünsche“, welches von Anfang an sehr präsent gewesen war, wurde in den Fokus genommen. Aus der Projektgruppe wurde das „Büro für spektakuläre Wunscherfüllung“. Schnell war klar, dass die Gruppe sich nicht nur mit ihren eigenen Wünschen beschäftigen wollte, sondern möglichst viele weitere Rendsburger:innen mit ins Boot geholt werden sollten. In den Zentralwerkstätten des Landestheaters wurde eine „Wunschkabine“ gebaut, die ähnlich wie eine Wahlkabine funktionierte sollte und mit der die Teilnehmenden die Wünsche ihrer Mitmenschen einsammeln wollten.
Nach monatelanger Planung und intensiver Organisation war es im März 2025 endlich so weit: Die Wunschkabine ging auf Tour und war sechs Wochen lang an insgesamt 16 verschiedenen öffentlichen Orten in Rendsburg und Umgebung zu finden. Die Mitglieder der Projektgruppe, die die Kabine auf ihrer Reise begleiteten, führten in diesen Wochen unzählige interessante und teilweise sehr persönliche Gespräche mit denjenigen, die ihre Wünsche in der Kabine abgaben. Am Ende des Tourzeitraums waren insgesamt 388 Wünsche zusammengekommen.

eine wunschvorstellung

Die eingegangenen Wünsche wurden im Wunschbüro mit großer Sorgfalt gesichtet, kategorisiert und bearbeitet, schließlich waren sie das Inspirationsmaterial für die große Abschlusspräsentation des Projekts. Ein sensibler Umgang mit den Wünschen, die ihnen anvertraut worden waren, war den Beteiligten von Anfang an wichtig und so wurde ganz genau überlegt, welche Form der Darstellung welchem Wunsch angemessen ist, woraus sich ein ausgesprochen facettenreiches Programm entwickelte.
Am 05. Juli 2025 war es Zeit für den fulminanten Abschluss des Projekts: „Eine Wunschvorstellung“ kam im gut besuchten Rendsburger Stadttheater zur Aufführung. Nicht nur die Mitglieder der Projektgruppe agierten in unterschiedlichen Rollen auf der Bühne, auch zahlreiche Gäste waren geladen, um den Abend mit ihren Beiträgen zu bereichern. So beispielsweise eine Grundschülerin, die ein selbstgeschriebenes Märchen als Puppenspiel zum Besten gab, eine Frau, die in der Vergangenheit Missbrauch erlebt hatte und ihre Geschichte mit der Öffentlichkeit teilen wollte, sowie die Bürgermeisterin und der Stadtpräsident von Rendsburg, die die Wünsche für die Stadt Rendsburg entgegennahmen und auf der Bühne diskutierten. Als vielfältiges Panorama kamen die Wünsche, Hoffnungen und Sorgen der Rendsburger Bürger:innen an diesem Abend auf die Bühne und das Publikum bedachte die „Wunschvorstellung“ mit großem Applaus.